MC Projects Security Projects
über MCProjects Forschung Webdesign Links Deutsch ausgewählt switch to English

 

Secure Wipe      

Im Rahmen des Secure Wipe Projekts wurde eine ActiveX Komponente für das sicheren Löschen von Dateien, Verzeichnissen, dem Recycler und dem freien Festplatten Speicherplatz erstellt. Mit Secure Wipe gelöschte Dateien können NICHT wieder hergestellt werden.
Secure Wipe wurde mit Datenrettungsprogrammen bis auf Sektorlevel auf die Sicherheit des Löschvorganges getestet. Bei der Verwendung von einem der hohen Wipe Standards können auch mit dem führenden forensischen Softwaretool EnCase keine Spuren der Daten nachgewiesen werden.
Da eine ActiveX-DLL eine COM-Komponente ist, kann diese über die OLE-Automation in vielen Programmiersprachen eingebunden werden, wie in Visual Basic (VB), Visual C++ (VC) oder Delphi.

1. Löschen vs. Datenvernichtung

2. Versteckte Daten

3. Löschen mittels Secure Wipe

4. Übersicht der integrierten Wipe Funktionen und Löschstandards

 

 

   
 





1. Löschen vs. Datenvernichtung

Wenn man Dateien und Verzeichnisse in Windows auf dem Weg über den Explorer löscht, werden diese Dateien üblicherweise in den Papierkorb verschoben. Wenn danach der Papierkorb gelöscht wird oder aber beim Löschen der Papierkorb umgangen wurde, scheint es als ob die Dateien für immer gelöscht wurden. Dies ist nicht so. Die Verweise auf die Sektoren, die durch die Datei belegt werden, werden in der Zuordnungstabelle für den Wiedergebrauch markiert. So lange diese Sektoren nicht mit neuen Daten überschrieben werden ist die zuvor "gelöschte" Datei noch vollständig in Takt. Bei der großen Speicherkapazität von heutzutage verwendeten magnetischen Medien kann dies schon eine Weile dauern. Mit spezieller Hardware und Software können alle Dateien wieder hergestellt werden. Selbst dann, wenn die Daten überschrieben, die Festplatte formatiert oder der Boot Sector gelöscht wurde. Das sind gute Neuigkeiten, wenn kritische Dateien wieder hergestellt werden sollen und schlechte Neuigkeiten wenn verhindert werden soll, dass fremde Personen private Daten lesen können.

Datenvernichtung auf magnetischen Medien soll eine Datenwiederherstellung, selbst mit einem großen Aufwand und Budget verhindern. Es wird berichtet, dass Behörden oder Geheimdienste selbst dann Daten rekonstruieren können wenn diese bereits 10 bis 22 mal überschrieben wurden. Durch detaillierte Kenntnis der Datenspeicherung auf magnetischen Medien auf mikroskopischer Ebene sind nun Verfahren und Standards zum Löschen von Daten entwickelt worden, die die Wiederherstellung bzw. die Rekonstruktion der Daten aus dem Restmagnetismus auf dem Medium ausschließen.

Magnetische Medien, wie zum Beispiel eine Festplatte, speichert ein Abbild aller Daten, die jemals darauf geschrieben wurden. Die Wahrscheinlichkeit der Rekonstruktion einer bestimmten Datenaufzeichnung in einem Bereich des Mediums wird immer geringer, je mehr Daten auf das Medium in dem bestimmten Bereich geschrieben wurden. Verfahren zur Rekonstruktion von überschriebenen Daten sind technisch aufwendig und verlangen auch ein gewisses Budget. Dabei können aber Daten rekonstruiert werden, die einerseits nur durch den täglichen Gebrauch des Mediums oder andererseits auch gezielt mit einer geringen Anzahl an Wiederholungen überschrieben wurden. Der Rekonstruktionsaufwand steigt mit der Anzahl der Wiederholungen an. Zu beachten ist allerdings, dass das einfache Überschreiben der Daten diese nicht auslöscht. Das Wipen von Informationen erfordert eine gründliche Änderung des magnetischen Feldes auf der Festplatte. Dazu ist es wichtig unterschiedliche, jedoch spezielle Bitmuster für die Schreibsequenzen auf das Medium auszuwählen und diese öfter zu wiederholen.

zurück zur Übersicht

 






2. Prinzip der Datenspeicherung und versteckte Daten

Das magnetische Medium speichert Information als einen Strom von 0en und 1en, wobei eine 0 keinen Magnetismus und eine 1 den vollen Magnetismus repräsentiert. Während dem täglichen Gebrauch der Festplatte wird diese immer und immer wieder beschrieben, dadurch verändert sich auch der Absolutwert für eine 0 und die volle magnetische Feldstärke entsprechend. Dies bedeutet, dass wenn eine 0 mit einer 1 überschrieben wird die neue magnetische Feldstärke nicht die der vollen 1 erreicht, sondern beispielsweise nur 95% erreicht. Das ist gut genug um vom Festplatten Elektronik korrekt interpretiert zu werden, da alle Werte größer als 50% als eine 1 interpretiert werden. Jedoch wird dadurch enthüllt, was zuvor auf dem Medium gestanden ist. Wenn nun das fragliche Bit nur 90% der vollen magnetischen Feldstärke aufweist, dann kann möglicherweise angenommen werden, dass dort zwei 0 bits und zwei 1 bits geschrieben wurden. Dies kann man beliebig fortsetzen.
Forensische Analyse Software kann sich nun äußerst erfolgreich diese Tatsachen zu nutze machen. Es können komplette Layer von früheren Daten auf der Festplatte rekonstruiert werden.

Aber man muss längst nicht immer so tief graben um fündig zu werden:

Jede Festplatte wird beim Formatieren in Windows mit dem Dateisystem FAT, FAT32 oder NTFS beaufschlagt. Das Dateisystem unterteilt die Festplatte in Zuordnungseinheiten, sogenannte Cluster. Sie stellen die kleinste Einheit einer Festplatte dar, die vom Betriebssystem verwendet werden kann. Bei großen Festplatten kann die Größe einer Zuordnungseinheit durchaus 32 KByte und mehr betragen. Für die Organisation der Festplatte hat dies nun zur Folge, dass kleine Dateien von beispielsweise wenigen KByte einen kompletten Speicherblock belegen. Der übrige Speicherplatz der Zuordnungseinheit bleibt dabei ungenutzt.
Wenn nun Cluster mit einer Datei überschrieben werden, die kleiner ist als die vorherige, dann bleibt im letzten Cluster ein Bereich übrig, der nicht überschrieben wird. In diesem Cluster, der als belegt deklariert wird, kann nicht auf den freien Bereich ohne entsprechendes Hilfsmittel zugegriffen werden. Dies bedeutet, dass dort die Informationen der vorigen Datei erhalten bleiben. Diese Information kann bereits mit einem einfachen Diskeditor ausgelesen werden.
Versteckte Daten befinden sich auch in fehlerhaften Sektoren des Mediums. Wenn fehlerhafte Sektoren vom Betriebssystem oder der Hardware selbst erkannt werden, werden diese als defekt markiert. Es können damit auf diese Cluster keine weiteren Daten geschrieben werden.

zurück zur Übersicht

 






3. Löschen mittels Secure Wipe

Secure Wipe ist ein Löschprogramm, das das sichere Löschen von Daten ermöglicht. Hierbei werden spezielle Verfahren verwendet, die beispielsweise vom US-Amerikanischen Verteidigungsministerium (Department of Defense, DoD) vorgeschlagen wurden. Wipe Softwarewerkzeuge sind aus dem Bestreben heraus entstanden der forensischen Analyse und der Datenrettung bewußt zu widerstehen. In der Secure Wipe ActiveX DLL werden auf den physikalischen Sektoren des Mediums die Daten mit bis zu 36 speziellen Pattern (Bitmuster) so überschrieben, dass aus dem übrigbleibenden Restmagnetismus keine brauchbaren Daten mehr zu rekonstruieren sind.
Die üblichen Wipe Algorithmen, die in vielen Wipetools angeboten werden, überschreiben die vorhandenen Dateien mit zufälligen Zeichenfolgen, meist einfach oder dreifach und sind lediglich in beschränkten Fällen akzeptabel. Effektive Algorithmen zur Beseitigung aller Spuren der Daten basieren auf genauester Kenntnis der Speicherung von Bits und Bytes auf dem magnetischen Medium. Mehrere Algorithmen die implementiert wurden schreiben mit vielen unterschiedlichen Bitmustern die auf diesen Kenntnissen basieren auf das Medium (meistens sind dies Festplatten) um zu garantieren, dass die Informationen sicher gelöscht werden.
Ein sehr bekannter Algorithmus ist der erweiterte US DoD 5220.22-M (ECE), dieser wurde im NISPOM (National Industrial Security Program Operating Manual) beschrieben und definiert ein siebenmaliges Überschreiben. Die von Peter Gutmann entwickelte Verfahren wird als sicherste bisherige Methode angesehen, bei der die Daten 35 Mal überschrieben werden. Die im Rahmen des Projektes entwickelte Methode verwendet für das Überschreiben der Daten einen CSPRNG (cryptographically secure pseudo random number generator). Eine Methode die den Einsatz eines guten CSPRNG beinhaltet wird als noch sicherer angesehen. Dies ist eine komplizierte Methode, die keine definierten Bitmuster verwendet, sondern die Daten 36 mal mittels kryptographisch sicheren Zufallsfolgen überschreibt.

zurück zur Übersicht

 

 





4. Übersicht der integrierten Wipe Funktionen und Löschstandards

Es stehen folgende Wipe Funktionen zur Verfügung:

Quick Wipe:
Einmaliges überschreiben der Datei mit Nullen. Keine Wiederholung möglich. Schnellste Methode.

Full Wipe:
Dreimaliges überschreiben der Datei mit Zufallswerten. Bis zu zehn Wiederholungen möglich.

1. Durchlauf: überschreiben der Daten mit pseudo Zufallswerten
2. Durchlauf: überschreiben der Daten mit dem Komplementwert des ersten Durchlaufs
3. Durchlauf: überschreiben der Daten mit pseudo Zufallswerten

U.S. Standard, DoD 5220.22-M (E):
Es wurde ein Standard vom Defence Security Service (DSS) entwickelt, für einige Zeit das Problem der permanenten Entfernung von Daten darstellte. Dieser wurde von vielen kommerziellen Unternehmen eingesetzt. Unter dem National Industrial Security Program (NISP) haben Vertreter der Industrial Security ihre Sicherheitsprogramme vorgestellt. Als ein Teil dieser NISP hat die DSS den DoD 5220.22-M Standard (National Industrial Security Program Operating Manual - NISPOM) entwickelt, den man mittlerweile in nahezu jedem Löschtool verwendet.
In diesem Manual ist unter anderem eine Methode zur Entfernung von Daten auf magnetischen Medien hervorgehoben. Die NISP definiert eine Technik zum Überschreiben von Daten, so dass alle Informationen von dem Medium entfernt werden. Dieser Lösch-Algorithmus verwendet drei Schreibdurchläufe:

1. Durchlauf: überschreiben der Daten mit fest vorgegebenem Wert
2. Durchlauf: überschreiben der Daten mit dem Komplementwert des ersten Durchlaufs
3. Durchlauf: überschreiben der Daten mit pseudo Zufallswerten

Das US-Amerikanische Verteidigungsministerium weist bei der Verwendung dieses Verfahrens darauf hin, dass es damit nicht gestattet ist Informationen auf Medien zu löschen, die als "Secret" oder "TOP-Secret" klassifiziert wurden. In anderen Fällen sowie für den Heimgebrauch ist das Verfahren als ausreichend definiert worden. Es sind bis zu zehn Wiederholungen möglich.

U.S. Standard, DoD 5220.22-M (ECE):
Das Verfahren ist eine erweiterte Variante des DoD 5220.22-M. Diese Variante des DoD Standards verwendet für das überschreiben der Daten sieben Durchläufe. Dabei werden die Daten zweimal mit dem DoD 5220.22-M (E) Standard und einmal mit einem Zufallswert DoD 5220.22-M (C) überschrieben. Es sind bis zu zehn Wiederholungen möglich. Die Reihenfolge der Schreibdurchläufe ist dabei folgende:

1. bis 3. Durchlauf: überschreiben der Daten mit dem DoD 5220.22-M (E) Standard
4. Durchlauf: überschreiben der Daten mit pseudo Zufallswerten, dem DoD 5220.22-M (C) Standard
5. bis 7. Durchlauf: überschreiben der Daten mit dem DoD 5220.22-M (E) Standard

Peter Gutmann:
Peter Gutmann stellt in seiner 1996 veröffentlichten Arbeit (Secure Deletion of Data from Magnetic and Solid-State Memory) Verfahren für das Löschen von verschiedenen Medientypen vor. Das von Peter Gutmann entwickelte Verfahren bezieht auch Codierungsschemata ein, die von Festplattenherstellern für die Codierung des Mediums verwendet werden. Es werden sämtliche Permutationen von vierstelligen Bitmustern, die für die Speicherung von Daten auf diversen Medien verwendet werden können, nacheinander in insgesamt 35 Durchläufen auf die Festplatte geschrieben. Auf magnetischen Medien hat dies zur Folge, dass der Restmagnetismus der originalen Daten stark verrauscht wird und dadurch eine Wiederherstellung der Daten so gut wie unmöglich ist. Diese Methode braucht durch die Verwendung von vielen Durchläufen mehr Zeit als die anderen Methoden zur Löschung der Informationen. Aber es ist eine sehr sichere Methode. Es sind bis zu zehn Wiederholungen möglich.

Überschreiben mit dem ISAAC CSPRNG
Die sicherste und komplizierteste Methode Daten auf magnetischen Medien zu löschen ist die Daten mit einem CSPRNG (cryptographically secure pseudo random number generator) zu überschreiben. Mit 36 Durchläufen bietet diese Methode auch auf modernen magnetischen Medien einen sicheren und zuverlässigen Schutz vor Attacken. Es ist selbst für Geheimdienste höchstwahrscheinlich nicht möglich noch irgendwelche brauchbaren Daten zu rekonstruieren. Diese Methode ist sehr zeitintensiv. Es sind bis zu zehn Wiederholungen möglich.

zurück zur Übersicht

   

 


[ Über MCProjects ] [ Forschung ] [ Webdesign ] [ Links ]

 
Copyright © 1999-2004 Unterleitner.info. All Rights Reserved.
Markus C. Unterleitner